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Lehrstuhl für Statistik und Ökonometrie

VWL Wahlfach Statistik und Ökonometrie


Inhalt

  1. Allgemeines

  2. Veranstaltungen und Ablaufplan

  3. Charakterisierung der einzelnen Veranstaltungen

  4. Examensprüfung und Diplomarbeit

  5. Halbwahlfächer „Angewandte Statistik“ und „Angewandte Ökonometrie“

  6. Berufliche Möglichkeiten




1. Allgemeines

Im Rahmen der geltenden Prüfungsordnungen biete ich das Wahlpflichtfach „Statistik und Ökonometrie“ an. Dieses Wahlfach kann innerhalb der Studiengänge Volkswirtschaftslehre, Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftspädagogik gewählt werden.
Außerdem ist es auch möglich, die Teile „Angewandte Statistik“ bzw. „Angewandte Ökonometrie“ jeweils als Halbwahlfächer in Kombination mit einem anderen Fach zu wählen (s. Punkt 5).

Das Wahlfach vereint die Gebiete „Statistik“ und „Ökonometrie“ und gewährleistet somit eine umfassende Ausbildung im Bereich der quantitativen Wirtschaftsforschung. Es werden zum einen Kenntnisse über das statistische Grundinstrumentarium (z.B. Stichproben und Testverfahren) und zum anderen über die Umsetzung wirtschaftswissenschaftlicher Theorien in die Empirie (Ökonometrische Ein- und Mehrgleichungsmodelle) vermittelt. Durch die Zusammenfassung entstehen Synergieeffekte, da beide Bereiche miteinander verbunden sind.

Die Vorlesungen im Wahlfach „Statistik und Ökonometrie“ vertiefen und erweitern den Stoff des Grundstudiumfachs Statistik (Statistische Methodenlehre I und II, BWS-Statistik) und bauen auch auf den Veranstaltungen des Grundstudiums zur Volks- und Betriebswirtschaftslehre auf.

Für das Studium dieses Wahlfachs sind Interesse und Grundkenntnisse bezüglich der Bereiche Statistik, Mathematik, EDV und Wirtschaftstheorie erforderlich.

Das Hauptanliegen des Wahlfaches ist die Vermittlung wichtiger statistisch-ökonometrischer Methoden und deren Anwendung auf volks- und betriebswirtschaftliche Fragestellungen.




2. Veranstaltungen und Ablaufplan

Es werden folgende Veranstaltungen mit einem Umfang von je 2 Semesterwochenstunden angeboten:
  • Stichproben- und Testverfahren (V 2-std.)
  • Ökonometrie I (V 2-std.)
  • Ökonometrie II (V 2-std.)
  • Wirtschaftsprognose (V 2-std.)
  • Statistisch-ökonometrische Übung für Fortgeschrittene (Ü 2-std.)
  • Statistisch-ökonometrisches Kolloquium für Examenssemester (K 1-std.)
  • Statistisch-ökonometrisches Seminar (S 2-std.)

(Legende: V = Vorlesung, Ü = Übung, K = Kolloquium, S = Seminar)

Die Veranstaltungen werden in einem viersemestrigen Zyklus angeboten. Die Fortgeschrittenenübung findet im Wintersemester, das Seminar im Sommersemester und das Kolloquium in jedem Semester statt.

Die Veranstaltungen können grundsätzlich unabhängig voneinander gehört werden, es ist jedoch empfehlenswert, die Veranstaltungen in der Reihenfolge gemäß untenstehendem Ablaufplan zu besuchen.

Ablaufplan
SS
Stichproben- und Testverfahren
Seminar/Examenskolloquium

WS
Ökonometrie I
Übung/Examenskolloquium

SS
Ökonometrie II
Seminar/Examenskolloquium

WS
Wirtschaftsprognose
Übung/Examenskolloquium




3. Charakterisierung der einzelnen Veranstaltungen

In den Vorlesungen werden zum einen das statistische Instrumentarium zur Untersuchung ökonomischer Fragestellungen und zum anderen Methoden der quantitativen Wirtschaftsforschung dargestellt. Die behandelten Verfahren werden jeweils anhand durchgerechneter Beispiele verdeutlicht. Zu Beginn einer jeden Veranstaltung werden eine detaillierte Gliederung sowie Literaturhinweise ausgegeben.

Stichproben- und Testverfahren
Die Mehrzahl der Ansätze der empirischen Wirtschaftsforschung basiert sowohl im betriebswirtschaftlichen als auch im volkswirtschaftlichen Bereich auf Daten aus Stichprobenerhebungen (Schließende Statistik). Deshalb bildet die Vorlesung „Stichproben“, die Methoden der Datengewinnung behandelt, die Grundlage für weitere quantitative Analysen. Dabei benötigt man verschiedene Auswahlverfahren und Befragungstechniken.

Um das aufgrund von Stichproben erhaltene Datenmaterial zur Überprüfung bestimmter ökonomischer Fragestellungen benutzen zu können, bedarf es der verschiedensten Testverfahren. Aufbauend auf den in der Grundvorlesung „Statistik II“ erörterten Tests werden z. B. Fragen der Varianzanalyse und nichtparametrische Tests behandelt.

Ökonometrie I: Eingleichungsmodelle (Regressionsanalyse)
Diese Vorlesung enthält das für die ökonometrische Analyse grundlegende Regressionsmodell. Ausgehend von der linearen Einfachregression werden die multiple Regression sowie dabei auftretende Probleme und Sonderfälle behandelt.

Ökonometrie II: Grundlagen der Ökonometrie und Mehrgleichungsmodelle
In dieser Veranstaltung werden die allgemeinen Grundlagen zur Konstruktion ökonometrischer Ein- und Mehrgleichungsmodelle und Probleme bei der Modellauswahl dargestellt. Im Mittelpunkt stehen hier grundlegende Fragen der ökonometrischen Modellbildung sowie Methoden zur Schätzung von Mehrgleichungsmodellen.

Methoden der Wirtschaftsprognose
Diese Vorlesung analysiert die wichtigsten zur Prognose betrieblicher und volkswirtschaftlicher Vorgänge benutzten Verfahren. Dabei werden die Möglichkeiten und Grenzen der einzelnen Prognoseverfahren aufgezeigt und einander gegenübergestellt. Einen Schwerpunkt bildet die Prognose mit Hilfe von Zeitreihenmodellen, insbesondere Komponenten- und Box-Jenkins-Modellen, sowie mit Fehlerkorrekturmodellen.

Statistisch-ökonometrische Übung für Fortgeschrittene
Die Übung für Fortgeschrittene hat meist wechselnden Inhalt und vertieft den Stoff der Wahlfach-Vorlesungen. Dabei steht im Mittelpunkt die Anwendung statistischer Methoden mittels entsprechender Statistik-Software. Jedem Teilnehmer kann eine Teilnahmebestätigung ausgestellt werden, die darüber Auskunft gibt, welche statistisch- ökonometrische Verfahren am PC behandelt und welche Statistikprogramme benutzt wurden.

Statistisch-ökonometrisches Kolloquium für Examenssemester
Hier werden aktuelle statistisch-ökonometrische Fragestellungen, auch im Hinblick auf das Diplomexamen, behandelt.

Statistisch-ökonometrisches Seminar
Das Seminar wird mit wechselnden Inhalten angeboten. Hier werden statistische Verfahren sowie ökonometrische Modelle diskutiert, die die Teilnehmer in schriftlichen Arbeiten darstellen und in den Seminarsitzungen vortragen. Besondere Bedeutung hat hier auch die Verbindung zu wirtschaftswissenschaftlichen (theoretischen) Themengebieten, um die Anwendungsmöglichkeiten und Grenzen statistisch-ökonometrischer Methoden aufzuzeigen.
Im Rahmen der Übungen und des Seminars können auch Projektstudien durchgeführt werden.




4. Examensprüfung und Diplomarbeit

Für die Zulassung zur Diplomprüfung ist der Nachweis über die erfolgreiche Teilnahme an dem statistisch-ökonometrischen Seminar erforderlich. Die schriftliche Examensprüfung besteht in einer fünfstündigen Klausur. Hierfür sind 4 jeweils 1 1/4-stündige Klausuraufgaben zu bearbeiten, wobei eine Wahlmöglichkeit aus insgesamt 6 Aufgaben gegeben wird. Prüfungsrelevant sind dabei alle 4 Vorlesungen.

Gegenstand der mündlichen Prüfungen ist der Inhalt der drei jeweils zuletzt gehaltenen Vorlesungen.

Weiterhin besteht in den Studiengängen VWL, BWL und Wirtschaftspädagogik die Möglichkeit, im Wahlfach „Statistik und Ökonometrie“ eine dreimonatige Diplomarbeit anzufertigen. Die Themenvergabe bzw. -absprache findet direkt zwischen Prüfer und Examenskandidat statt. Dabei ist es möglich, sowohl eigene Vorschläge (z. B. aus dem Lehrbetrieb, aber auch aus der Praxis) zu verwirklichen, als auch ein vom Lehrstuhl vorgeschlagenes Thema zu bearbeiten.

In den vergangenen Jahren wurden u.a. folgende Themen in Diplomarbeiten bearbeitet:

  • Klassifikation europäischer Regionen mittels multivariater Analysemethoden
  • Aktienkursprognosen mit ARIMA-Modellen
  • Zusammenhang zwischen Zinsentwicklung und Staatsverschuldung. Eine empirische Analyse für ausgewählte Länder der EU
  • Ein Fehlerkorrekturmodell zur Kaufkraftparitäten-Theorie
  • Möglichkeiten und Grenzen der Quantifizierung der Schattenwirtschaft
  • Theorie und Empirie der inflationsstabilen Arbeitslosenquote.



5. Halbwahlfächer „Angewandte Statistik“ und „Angewandte Ökonometrie“

Aus dem gesamten Veranstaltungskatalog können auch die Teile „Angewandte Statistik“ und „Angewandte Ökonometrie“ jeweils als Halbwahlfächer in Kombination mit einem anderen Fach gewählt werden. Dabei werden folgende Veranstaltungen (je 2 SWS/Kolloquium 1 SWS) für die Bereiche „Angewandte Statistik“ bzw. „Angewandte Ökonometrie“ angeboten:

  1. Angewandte Statistik
    Stichproben- und Testverfahren
    Regressionsanalyse
    Statistisch-ökonometrisches Seminar
    Kolloquium für Examenssemester

  2. Angewandte Ökonometrie
    Ökonometrie I
    Ökonometrie II
    Statistisch-ökonometrisches Seminar
    Kolloquium für Examenssemester

Der Stoffumfang des jeweiligen Halbwahlfachs beträgt 7 Semesterwochenstunden. Für das Halbwahlfach „Angewandte Statistik“ sind die unter a. genannten, für das Halbwahlfach „Angewandte Ökonometrie“ die unter b. aufgeführten Vorlesungen relevant.

Eine Fächerkombination der beiden Halbwahlfächer „Statistik“ und „Ökonometrie“ ist nicht zulässig. Maßgeblich ist in einem solchen Fall das unter 2. aufgeführte Veranstaltungsangebot für das Wahlfach „Statistk und Ökonometrie“.

Bei der Wahl einer Fächerkombination muß für die Zulassung zur Diplomprüfung in einem der Halbwahlfächer ein Nachweis über die erfolgreiche Teilnahme an einem Seminar bzw. einer Übung erbracht werden. Für einen Studenten mit dem Halbwahlfach „Angewandte Statistik“ bzw. „Angewandte Ökonometrie“ besteht die Möglichkeit, den erforderlichen Nachweis durch die bestandene Teilnahme an einem „Statistisch-ökonometrischen Seminar“ zu erhalten. Die schriftliche Examensprüfung besteht aus einer 2 1/2-stündigen Klausur. Hierfür sind 2 jeweils 1 1/4-stündige Klausuraufgaben zu bearbeiten, wobei eine Wahlmöglichkeit aus insgesamt 3 Aufgaben gegeben wird.

Weiterhin ist fakultativ die Teilnahme an der Übung für Fortgeschrittene möglich. Dies stellt insofern eine zusätzliche Qualifikation dar, als in der Übung der Vorlesungsstoff auch mittels EDV-Anwendung umgesetzt wird. Über die Teilnahme an der Übung kann eine Bestätigung mit Hinweis auf die benutzte Software ausgestellt werden.




6. Berufliche Möglichkeiten

Der an der Universität Mainz ausgebildete Wirtschaftswissenschaftler ist - unabhängig von seinem Wahlfach - hinsichtlich seiner beruflichen Möglichkeiten sehr flexibel einsetzbar. Mit der Wahl des Faches „Statistik und Ökonometrie“ bzw. der Halbwahlfächer erfährt er jedoch eine Spezialisierung, die ihn für bestimmte berufliche Felder besonders prädestiniert, insbesondere, wenn er auch über Grundkenntnisse der Informations- und Kommunikationstechnik verfügt. Einsatzmöglichkeiten für quantitative Analysen gibt es in:

  • Statistischen Ämtern (Bundesamt, Landesämter, EG) und supranationalen Einrichtungen (z.B. OECD)
  • Volkswirtschaftlichen Abteilungen von Industrieunternehmen, Banken und Versicherungen
  • Wirtschafts- und Meinungsforschungsinstituten
  • Ministerien, Kammern und Verbänden
  • Unternehmen im allgemeinen (z.B. Marktforschung, Vermögensverwaltung), da dort eine steigende Bedeutung von quantitativen Analysen und daten- bzw. informationsverarbeitenden Tätigkeiten aufgrund zunehmender EDV-Einsatzmöglichkeiten am einzelnen Arbeitsplatz zu verzeichnen ist.



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