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Univ.-Prof. Dr. Aloys Prinz

Übung Stabilisierungspolitik
Sommersemester 1997


  1. Sollte zur Sicherung des Zustandekommens der Europäischen Währungsunion mit möglichst vielen Mitgliedsländern der Europäischen Union von der strengen Auslegung der Konvergenzkriterien – insbesondere der Kriterien bezüglich der Einhaltung der Haushaltsdisziplin – des Maastrichter Vertrages abgewichen werden?
    (Hinweis: Beachten Sie die ökonomischen Begründungen der Konvergenzkriterien.)

  2. Erläutern Sie die Grundannahmen der Neuen Klassischen Makroökonomik (New Classical Macroeconomics), auf denen die Verstetigungspolitik beruht. (a) Wie wirkt sich im System der Neuen Klassischen Makroökonomik eine erwartete restriktive Fiskalpolitik aus? (Unterstellen Sie dabei und im folgenden eine geschlossene Volkswirtschaft.) (b) Wie wirkt im selben System eine unerwartete restriktive Fiskalpolitik? Kann eine solche Politik langfristig wirksam sein? (c) Die Regierung plant, kurz vor den Wahlen die Beschäftigung durch überraschende Geldpolitik zu erhöhen, aber durch eine Unachtsamkeit werden ihre Pläne bereits im Vorfeld dieser Maßnahmen publik. Sollte die Regierung im Rahmen des neuklassischen Modells nun auf die Durchführung der geplanten Maßnahmen verzichten? Was hätte ein solches Vorgehen zur Folge?

  3. Die Wirtschaftspolitik der Reagan-Administration bestand u.a. darin, expansive Fiskalpolitik mit kontrak tiver Geldpolitik zu verknüpfen. Erläutern Sie graphisch, welche Wirkungen von dieser Politikkombination ausgehen und vergleichen Sie diese mit den Wirkungen einer Kombination von kontraktiver Fiskal- und expansiver Geldpolitik. Gehen Sie bei der Analyse von konstanten Preisen aus und unterscheiden Sie zwischen Wirkungen in einer geschlossenen bzw. offenen Volkswirtschaft.

  4. Erläutern Sie die wesentlichen Elemente der geldpolitischen Konzeption der Deutschen Bundesbank. (a) Auf welchem theoretischen Hintergrund basiert diese Konzeption? Stellen sie kurz die wesentlichen Elemente und Aussagen dar! (b) Welche Probleme ergeben sich bei der Auswahl des geldpolitischen Zwischenziels? Wie wird die Wahl des von der Bundesbank verfolgten Zwischenziels begründet? (c) Welche Form der außenwirtschaftlichen Absicherung ist im Rahmen der von der Bundesbank verfolgten Konzeption angeraten und warum?

  5. Kommentieren und analysieren Sie folgende Aussage:
    „Keynesianische Fiskalpolitik wäre nur dann möglich, wenn man sicher zwischen angebots- und nachfrage bedingten Schocks unterscheiden könnte.“

  6. Erläutern Sie folgende Aussage von Professor Siebert, Mitglied des Sachverständigenrates, im Jahresgutachten 1993/94 des Rates, Ziffer 327, S. 227:
    „Die Ankündigung eines Geldmengenzieles mit Hilfe eines Geldmengenkorridors, eines Geldmengentrichters, ist ein praktikables Verfahren, das einerseits erlaubt, bei der Formulierung des Geldmengenziels die Unwägbarkeiten über die zukünftige Entwicklung zu berücksichtigen, das andererseits für die Markte überprüfbare obere und untere Grenzen im voraus angibt, die eine Beurteilung der betriebenen Geldmengenpolitik ermöglichen.“

  7. Zwischen den sechziger und achtziger Jahren haben sich teils permanent, teils temporär die Bedingungen für nationale stabilisierungspolitische Maßnahmen verändert:
    (a) Der Kapitalverkehr zwischen den Industrieländern hat erheblich zugenommen sowie (b) Mitte und Ende der siebziger Jahren kam es zu kräftigen Olpreissteigerungen.
    Erläutern Sie, warum und in welcher Weise diese Veränderungen die Wirkungen der Stabilisierungspolitik beeinflussen. Zeigen Sie die Effekte anhand expansiver Maßnahmen der Fiskalpolitik.

  8. Vergleichen Sie folgende geldpohtischen Strategien miteinander: (a) Geldmengensteuerung anhand von M3 (Vorgabe eines Geldmengenziels), (b) Steuerung des Zinsniveaus (Vorgabe eines Zinsziels) und (c) direkte Steuerung der Inflationsrate (Vorgabe eines Ziels für die Inflationsrate). Welcher Strategie räumen Sie die größten Erfolgschancen ein, wenn das Ziel der Geldpolitik darin besteht, das Preisniveau zu stabilisieren?

  9. Vergleichen Sie das Konzept des strukturellen Defizits und das Konzept der Budgetlücke hinsichtlich ihrer Aussagen über stabilitätspolitisch unbedenkliche Werte öffentlicher Defizite bzw. der Staatsverschuldung. Zeigen Sie dabei, auf welcher ökonomischen Basis diese Einschätzungen jeweils vorgenommen werden.

  10. Erläutern Sie, ob aus stabilitätspolitischer Sicht ein System fester Wechselkurse einem System flexibler Wechselkurse vorgezogen werden sollte. Zeigen Sie Ihre Überlegungen anhand eines geeigneten Modells und beachten Sie, welche Rolle die internationale Kapitalmobilität dabei spielt.

  11. Vergleichen Sie die Rollenuerteilungin der Stabilisierungspolitik aus Sicht der keynesianischen Globalsteuerung und nach dem Konzept des Sachverständigenrats für die Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Wie haben sich beide Konzepte in der Praxis bewährt?
 


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HTML von W5 | Letzte Aktualisierung am 16.04.1997