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Pedal-Power-Promotion 1996


Dr. rer. pol. Ralf Rockenbauch, Diplom-Volkswirt
wissenschaftlicher Mitarbeiter am Ls für Vwl-theorie, Uni-Mainz

Verkehrskonzeptionen für die Zukunft
unter besonderer Berücksichtigung des Fahrradverkehrs

- Eine ökonomisch-politische Analyse -

Inhaltsverzeichnis

    1. Grundlagen des verkehrswirtschaftlichen Sektors
    1.1 Einleitung und Abgrenzung des Untersuchungsgegenstandes
    1.2 Entwicklung des Verkehrssektors aus empirischer Sicht
      1.2.1 Verkehrstechnische Daten
      1.2.2 Ökologische Kennziffern
      1.2.3 Kritische Beurteilung der empirischen Grundlagen des Verkehrssektors
    1.3 Darstellung der Zusammenhänge und Probleme im Verkehrssektor

    2. Neoklassische Ansätze in der Verkehrspolitik
    2.1 Vorbemerkungen
    2.2 Die Grundzüge des wohlfahrtstheoretischen Instrumentariums
      2.2.1 Das Pareto-Kriterium im mikroökonomischen Gleichgewichtsmodell (Totalanalyse)
      2.2.2 Die Berücksichtigung externer Effekte im neoklassischen Gleichgewichtsmodell
      2.2.3 Das Problem der öffentlichen Güter im neoklassischen
    2.3 Kompensationskriterien in der Verkehrspolitik
      2.3.1 Zur Notwendigkeit der Kompensationskriterien als wohlfahrtstheoretische Grundlage
      2.3.2 Das Partialmodell der Konsumenten- und Produzentenrente
    2.4 Die wirtschaftspolitischen Konsequenzen der wohlfahrtstheoretischen Grundlagen
    2.5 Die zusätzlichen Kriterien zur Beurteilung verkehrspolitischer Maßnahmen
    2.6 Die neoklassisch-neoliberale Verkehrspolitik
      2.6.1 Die grundsätzlichen Betrachtungsweisen der neoklassisch-neoliberalen Verkehrspolitik
      2.6.2 Die Diskussion um die "Besonderheiten des Verkehrssektors"
      2.6.3 Historisch-politische Begründungen der Entwicklung im Verkehrssektor
      2.6.4 Das Zielsystem der neoklassisch-neoliberalen Verkehrspolitik
      2.6.5 Wettbewerbspolitische Forderungen
    2.7 Zusammenfassende Beurteilung der neoklassischen Ansätze
    in der Verkehrspolitik

    3. Verkehrskonzeptionen für die Zukunft
    3.1 Vorbemerkungen
    3.2 Lösungsansätze von Interessenverbänden
      3.2.1 Die zukunftsorientierte Verkehrskonzeption des Verkehrsmanagement
      3.2.2 Die zukunftsfähige sozialökologische Verkehrskonzeption der Verkehrswende
    3.3 Beurteilung der Verkehrskonzeptionen für die Zukunft
    3.4 Das volkswirtschaftstheoretische Fundament für eine umweltgerechte Verkehrspolitik
      3.4.1 Vorbemerkungen
      3.4.2 Der Lancaster-Ansatz der modernen Konsumtheorie
      3.4.3 Ein Überblick über die Ansätze der präventiven Umweltpolitik

    4. Fahrradverkehr als bedeutendes Element zukunftsfähiger sozialökologischer Verkehrskonzeptionen
    4.1 Vorbemerkungen
    4.2 Geschichte und verkehrswirtschaftliche Bedeutung des Fahrrads
    4.3 Bedeutende Kennziffern zum Fahrradverkehr
      4.3.1 Verkehrstechnisch-ökonomische Daten
      4.3.2 Sozialökologische Kennziffern zum Radverkehr
      4.3.3 Zusammenfassung und Konsequenzen der empirischen Ergebnisse zum Radverkehr
    4.4 Die Analyse des Fahrradverkehrs aus volkswirtschaftlicher Sicht
      4.4.1 Perspektiven des Fahrradverkehrs im Rahmen der verkehrspolitischen Konzeptionen
      4.4.2 Die Anwendung der volkswirtschaftstheoretischen Grundlagen im Radverkehr
    4.5 Maßnahmen zur Fahrradverkehrsförderung unter Berücksichtigung praktischer Erfahrungen
    4.6 Beurteilung des Radverkehrs als Lösungsansatz der Verkehrsprobleme

    5. Resümée

Abstract der Dissertation

Verkehrssysteme sind sehr komplex und wichtiger Bestandteil einer Volkswirtschaft. Diese Arbeit konzentriert sich auf die Analyse des Radverkehrs als Verkehrsträger, der in der Verkehrswissenschaft bisher weitgehend vernachlässigt wurde. Die zu untersuchende These lautet: Das Fahrrad - besonders für kurze Strecken des Personenverkehrs geeignet - leistet einen erheblichen Beitrag zur Lösung der Verkehrsprobleme. Diese Behauptung wird mit Hilfe von empirischen Kennziffern und volkswirtschaftlichen (logisch-theoretischen) Grundlagen analysiert. Die empirischen Kennziffern (Kapitel 1.2 und 4.3) deuten darauf hin, daß mit einer Verschärfung der Verkehrs- und Umweltprobleme zu rechnen ist, wenn die derzeitige Verkehrspolitik fortgeführt wird. Die Daten lassen ebenfalls vermuten, daß der Radverkehr einen wesentlichen Beitrag zur Lösung der Verkehrsprobleme liefern kann. Aufgrund seiner physikalisch-technischen Überlegenheit ist er für einen Großteil der alltäglichen Mobilitätsbedürfnisse besser geeignet als der motorisierte Individualverkehr.
Die logisch-theoretische Analyse zeigt, daß sich die verkehrswissenschaftliche Forschung bisher fast ausschließlich auf die neoklassischen Grundlagen stützt. Die neoklassisch-wohlfahrtstheoretischen Modelle werden als Begründung für eine Umstrukturierung des Verkehrssektors eingesetzt, die den motorisierten Individualverkehr bevorzugt. Die ökonomische Fundierung und die pragmatischen Vorgehensweisen im Rahmen des Verkehrsmanagements werden in den Kapiteln 2. und 3.2.1 behandelt. Dieser Vorgehensweise steht die sozialökologische Verkehrskonzeption der Verkehrswende gegenüber (Kapitel 3.2.2). Für deren ökonomische Fundierung werden sowohl neoklassische Modelle, als auch Modifikationen der wohlfahrtstheoretischen Ansätze eingesetzt (Kapitel 3.4). Die Ansätze der modernen Konsumtheorie durch Lancaster stellen eine Erweiterung der neoklassischen Theorie dar (3.4.2). Die Ansätze der präventiven Umweltpolitik zeigen, wie ein nachindustrielles Paradigma aussehen könnte. Beide Ansätze liefern zusätzliche Argumente für die Umsetzung der Verkehrswende, die zu einer ursachenadäquaten Lösung der Verkehrs- und Umweltprobleme führt.

Die explizite Analyse des Fahrradverkehrs erfolgt als Erweiterung der allgemein-verkehrspolitischen Betrachtung, da dieser Verkehrsträger im Rahmen der bisherigen Verkehrswissenschaft, -politik und -planung vernachlässigt wird. Ausgehend von der Geschichte des Fahrrads und seiner verkehrswirtschaftlichen Bedeutung werden die vorher eingeführten Modelle auf diesen Verkehrsträger angewandt (Kapitel 4.2 ff). Die empirische und die modelltheoretische Analyse offenbaren, daß die Förderung des Radverkehrs in vielen Fällen zu einer Verbesserung der Verkehrs- und Umweltsituation führt:

  • Die (kurzfristigen) persönlichen Einbußen, die man beim Verzicht auf das Auto und die Nutzung des Fahrrades erfährt, sind geringer als man erwartet.

  • In den meisten Fällen sind die (kurz- und langfristigen) einzelwirtschaftlichen Effekte - bei Substitution des Autos durch den Umweltverbund - per Saldo positiv.

  • Gesamtwirtschaftlich ist Radverkehr (fast) immer sinnvoll und sollte demnach stärker gefördert werden.

  • Es besteht erheblicher Nachholbedarf bei der Radverkehrsforschung und der Förderung des Radverkehrs (Kapitel 4.5 und 4.6).

Als wesentliche Neuerungen für die verkehrswissenschaftliche Forschung sind folgende Teile dieser Arbeit anzusehen: Die Übersicht der Zusammenhänge im Verkehrssektor hebt die ökonomisch-politischen Zusammenhänge in diesem Wirtschaftssektor hervor (Kapitel 1.3). Dabei wird deutlich, daß die Verkehrs- und Umweltprobleme auf mehrere Ursachen zurückzuführen sind. Die Entscheidungsträger der Verkehrspolitik haben keine ursachenadäquaten Mittel eingesetzt, um sozialökologische Ziele zu erreichen (soweit diese bisher überhaupt angestrebt wurden). Die Einflußträger der Verkehrspolitik haben Entscheidungshilfen zur Verfügung gestellt, die nicht ausreichend waren, um eine nachhaltige Lösung der Probleme zu ermöglichen. Dies führte zu einer suboptimalen Auswahl bei der Festlegung der verkehrspolitischen Ziele, Mittel und Maßnahmen. Es kam zwangsläufig zu einer verkehrspolitisch unerwünschten Situation (Ziel-Lage-Diskrepanz). Hierfür sind sowohl die Entscheidungs- als auch die Einflußträger der Verkehrspolitik verantwortlich, was aus der Darstellung der Zusammenhänge im Verkehrssektor, der empirischen und logischen Analyse deutlich wird.
Die Arbeit gibt einen umfassenden Überblick über die Herkunft und Anwendung der Entscheidungshilfen, die in der verkehrspolitischen Diskussion eingesetzt werden. Die empirischen und neoklassisch-wohlfahrtstheoretischen Entscheidungshilfen werden bereits seit längerer Zeit eingesetzt, sind jedoch nicht ausreichend. Die Ansätze der modernen Konsumtheorie und die Ansätze der präventiven Umweltpolitik stellen Entscheidungshilfen im Rahmen der allgemeinen Volkswirtschaftslehre dar, die den Entscheidungsprozeß verbessern. Aus diesem Grund werden sie in dieser Arbeit bei der Analyse des Verkehrssektors eingesetzt. Die volkswirtschaftlichen Entscheidungshilfen wurden bisher nicht bei der Analyse des Radverkehrs eingesetzt. Aus diesem Grund war die explizite Betrachtung dieses Verkehrsträgers im Rahmen dieser Modelle notwendig. Die Ergebnisse zeigen, daß die Förderung des Radverkehrs einzel- und gesamtwirtschaftlich sinnvoll ist. Dabei wird nicht für die grenzenlose Förderung des Fahrrads plädiert, sondern lediglich die Chancengleichheit im Wettbewerb der Verkehrsträger angestrebt. Diese ist erst dann gewährleistet, wenn alle Verkehrsträger die von ihnen verursachten Kosten tragen, Informationsverzerrungen beseitigt wurden, die gleiche infrastrukturelle, technische, wirtschaftliche, rechtliche Behandlung und die ausreichende Berücksichtigung der sozialökologischen Ziele gewährleistet ist. Diese Arbeit kann dazu nur einen kleinen Beitrag leisten. Für die Umsetzung der hier gewonnenen Erkenntnisse sind die Verkehrspolitiker, -planer und -techniker verantwortlich.

Die Veröffentlichung des Abstracts, der Inhaltsangabe und
daraus ableitbarer Erkenntnisse ist ausschließlich unter Angabe
der Quelle gestattet.

Die Dissertation ist im August 1996 im Peter Lang Verlag erschienen.
Sie umfaßt 362 S., 33 Abbildungen, 24 Tabellen.
ISBN 3-631-30475-7 br. DM 95,-

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Angaben zum Autor


Ralf Rockenbauch wurde 1965 in Mainz geboren. Er studierte Volkswirtschaftslehre an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz mit dem Wahlfach Verkehrswissenschaft. Während seiner Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Volkswirtschaftstheorie von Frau Univ.-Prof. DDr. Ingrid Kubin promovierte er 1996 zum Dr. rer. pol.
Seit 1996 ist er zusätzlich als Mitglied im Vorstand des Georg-Forster-Institutes Mainz ehrenamtlich tätig und beteiligt sich seit mehreren Jahren an der aktiven Umsetzung der sozialökologischen Verkehrskonzeptionen.

Zur Zeit befinde ich mich auf der Suche nach einer Arbeitsstelle, die es mirermöglicht, die gewonnenen Erkenntnisse über die Förderung einer nachhaltige Entwicklung - nicht nur im Verkehrsbereich - in der Praxis umzusetzen. Insbesondere an Stellen im Bereich des Freizeit-, Sport- und Tourismussektors bin ich interessiert. Für potentielle Arbeitgeber, Vorstellungsgespräche, weitere Fragen und Diskussionen bzgl. der Dissertation stehe ich gerne zur Verfügung, unter anderem, um die Pedal-Power-Promotion fortzuführen. Ich bin unter folgender Adresse zu erreichen:

Dr. Ralf Rockenbauch, Dipl.-Vw.
JOHANNES GUTENBERG-UNIVERSITÄT MAINZ
Fachbereich Rechts- und Wirtschaftswissenschaften
Lehrstuhl für Volkswirtschaftstheorie Prof. DDr. Ingrid Kubin
Jakob-Welder-Weg 4
D-55099 Mainz
Tel.: (+6131) 39 41 92
Fax: (+6131) 39 55 88
E-Mail: rocken@mzdmza.zdv.uni-mainz.de



Dr. Ralf Rockenbauch, Mainz 4.9.1996

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