Empfohlener Studienaufbau Grundstudium



Stand: Dezember 1995


Das Studium für Diplom-Volkswirte, Diplom-Handelslehrer und Diplom-Betriebswirte gliedert sich in zwei Teile: Das Grundstudium, das auf drei bis vier Semester angelegt ist und das Hauptstudium, für das fünf Semester vorgesehen sind. Tatsächlich betrug die durchschnittliche Studiendauer bisher ca. 11 Semester ohne Examen, Tendenz steigend.

Der Aufbau des Grundstudiums

Das Grundstudium endet mit der Zwischenprüfung. Dabei handelt es sich nicht um eine Prüfung zu einem bestimmten Zeitpunkt, sondern um eine sogenannte gleitende Prüfung. Die vorgegebenen Scheine werden innerhalb von maximal 5 Semestern nach und nach erworben. Danach wird auf Antrag das Zwischenprüfungszeugnis (Vordiplom) ausgestellt.
Einen Schein erhält man durch erfolgreiche Teilnahme an der Abschlußklausur des jeweiligen Faches. Die Reihenfolge der Fächerwahl bleibt den Studierenden überlassen.Unter bestimmten Umständen kann man Scheine erlassen bekommen. Verbindliche Auskünfte erteilt das Prüfungsamt, Tel. (06131) 39-2404, Fr. Stritter.
Die für das Vordiplom notwendigen Scheine unterscheidet man in fünf "kleine" und vier "große" Scheine:


Propädeutische Fächer:


Buchführung:

In Buchführung lernt man in Grundzügen die Anwendung des Systems der doppelten Buchführung zum Zwecke der Erfassung aller relevanten Geschäftsvorfälle, die Aufstellung von Inventaren und die Erstellung von Bilanzen

Kosten- und Leistungsrechnung:

Die KLR vermittelt die wesentlichen Methoden der Erfassung, Verteilung und Zurechnung der Kosten, die bei der betrieblichen Leistungserstellung und -verwertung entstehen. Die KLR dient der Wirtschaftlichkeitsanalyse und der Ermittlung des Preisangebotes.

Investitionsrechnung:

Die Vorlesung IR vermittelt Verfahren zur Beurteilung der Vorteilhaftigkeit eines Investitionsobjektes oder mehrerer Investitionsalternativen.

Mathematik:

Mathe besteht aus den Teilen A (Analysis) und B (Matrizenrechnung), wobei man sich etwa auf Mathe-Leistungskurs-Niveau bewegt. Die beiden Teile bauen nicht aufeinander auf, so daß Teil B vor Teil A gehört werden kann. Wöchentlich werden Übungsaufgaben zum jeweiligen Vorlesungsstoff herausgegeben und in den zweistündigen Übungen besprochen. Außerdem werden die Lösungen der Übungsaufgaben eine Woche später ausgelegt. Hinweise zur Klausur: Wer sich in Mathematik fit fühlt, kann schon nach einem Semester versuchen, die Klausur zu schreiben. Während der Klausur darf man seine handschriftlichen Skripten aus Vorlesung und Übung benutzen. Wichtig: In jedem Teil der Klausur müssen mindesten 50% der Punkte erreicht werden, um zu bestehen.

EDV:

Die Anforderungen haben sich zum Sommersemester 1996 geändert, stehen aber noch nicht endgültig fest. Nähere Infos in der Vorlesung.
Der EDV-Schein ist ein kleiner Schein und muß als solcher bis zum Beginn des 5. Semesters bestanden werden.

Grundlagenfächer:


Statistik:

Statistik besteht aus Teil I (deskriptive Statistik) und Teil II (Wahrscheinlichkeitsrechnung) Die Übung im Sommersemester bezieht sich auf Statistik I und BWS. Die Vorlesungen bauen aufeinander auf, so daß man sinnvoll nur im Sommersemester mit Statistik beginnen kann. Die 4-stündige Abschlußklausur wird jedes Semester angeboten. Statistik I und BWS gehen mit je 25% ein, Statistik II hat einen Anteil von 50%. Auch hier muß man in den einzelnen Bestandteilen je 50% der Punkte erreichen, um die Klausur zu bestehen.

Betriebswirtschaftslehre:

Die Allgemeine BWL beschreibt und erklärt betriebliche Erscheinungen und Probleme, die allen Betrieben gemeinsam sind. Sie beschäftigt sich dabei insbesondere mit den betrieblichen Funktionen wie Betriebsführung, Finanzierung, Investition, Beschaffung, Lagerhaltung, Leistungserstellung, Transport und Marketing. Da in den Übungen weitgehend neuer Stoff behandelt wird, sollten sie regelmäßig besucht werden.

Volkswirtschaftslehre:


VWL besteht aus den Vorlesungen Mikroökonomie (behandelt das Verhalten der Haushalte und Unternehmen), Makroökonomie (befaßt sich mit den Geschehnissen in einer gesamten Volkswirtschaft), Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung (VGR) und Einführung in die VWL. Die Anzahl der Semesterwochenstunden der Vorlesungen ist abhängig vom lesenden Professor. Mikroökonomie und Makroökonomie machen jeweils 35% der Abschlußklausur aus, VGR geht mit 10% und die Einführung mit 20% in die Klausur ein.

Recht:

Es kann alternativ Privatrecht (SS) oder Öffentliches Recht (WS) gewählt werden, man kann jedoch auch beide Scheine schreiben. Privatrecht regelt die rechtlichen Beziehungen zwischen Personen (Bürgerliches Gesetzbuch, BGB) und Kaufleuten (Handelsgesetzbuch, HGB), Das Öffentliche Recht regelt die Rechtsverhältnisse zwischen Personen und Behörden. An manchen Universitäten werden beide Scheine verlangt. Falls Ihr also vorhabt, die Universität zu wechseln, erkundigt Euch beim dortigen Prüfungsamt.

Klausuren:

Die Klausuren werden alle zum Ende eines jeden Semesters angeboten. Für die Teilnahme an den Klausuren muß man sich beim Pedell in eine Liste eintragen. Hier gibt es Fristen (ca. 4 Wochen vor Semesterende). Wer bis dahin nicht eingetragen ist, kann nicht an der Klausur teilnehmen - also aufpassen! Die Eintragung in die Liste verpflichtet allerdings nicht zur Teilnahme. Das Studium ist durch die Prüfungsordnung so reglementiert, daß man während des gesamten Studiums mit Klausurvorbereitungen beschäftigt ist. Die Aufbereitung von Lehrveranstaltungen stellt also schon eine Klausurvorbereitung dar. Kurz vor der Klausur sollte nur noch eine Wiederholung des Lehrstoffes auf dem Arbeitsprogramm stehen. Für viele Fächer des Grundstudiums hält die Fachschaft Klausurensammlungen bereit, die zur Klausurvorbereitung nützlich sind. Bei allen Klausuren können netzunabhängige Taschenrechner benutzt werden. Sie dürfen keinen Drucker haben, kein alpha-numerisches Tastenfeld, müssen geräuschlos arbeiten und dürfen nicht programmierbar sein. Eine Klausur gilt als bestanden, wenn sie mit der Note 4,0 oder besser bewertet wurde. Wird ein in den Klausuren nicht bestandener Schein in einer mündlichen Ergänzungsprüfung versucht, so wird die abschließende Note als arithmetisches Mittel aus der Note des letzten schriftlichen Versuchs und der mündlichen Note gebildet.

Nichtbestehen von Klausuren:


1. Propädeutische (kleine) Scheine:

Nach den neuen Prüfungsordnungen gilt, daß die Propädeutika nur einmal wiederholt werden dürfen. Wer den zweiten Versuch nicht besteht, kann an einer noch zum selben Semester zählenden mündlichen Prüfung teinehmen. Alle propädeutischen Scheine müssen (incl. ggf. mündlicher Prüfung) vor Beginn des 5. Semesters bestanden sein! Achtung: Eine mündliche Prüfung wird nur gewährt, wenn zwei schriftliche Versuche nicht bestanden wurden. Alle kleinen Scheine müssen daher spätestens zum Ende des 3. Semesters zum erstenmal versucht werden.

2. Wissenschaftliche (große) Scheine:

Für die großen Scheine gilt das gleiche wie für die kleinen, allerdings hat man ein Semester mehr Zeit. Eine mündliche Prüfung wird auch hier nur gewährt, wenn zwei schriftliche Versuche nicht bestanden wurden. Alle großen Scheine müssen daher spätestens zum Ende des 4. Semesters zum ersten mal versucht werden. Es ist nicht ratsam, einen wissenschaftlichen Schein schon im ersten Semester zu schreiben, da in den Klausuren der Stoff von mindestens zwei Semestern geprüft wird. Es ist meistens sehr schwierig, den fehlenden Stoff selbständig nachzuarbeiten.

Dauer des Grundstudiums:

Das Grundstudium insgesamt muß nach fünf Semestern beendet werden. Wer sich seinen Stundenplan geschickt zusammenstellt und alle Klausuren beim ersten Versuch besteht, kann sein Vordiplom schon nach drei Semestern erhalten.

Hinweise für Volkswirte und Betriebswirte:


Es ist zu empfehlen, zum Ende des Grundstudiums schon die eine oder andere Vorlesung des Hauptstudiums zu besuchen.

Hinweise für Handelslehrer:


Der neue WiPäd-Professor Beck hat für Wirtschaftspädagogen zusätzliche verpflichtende Veranstaltungen eingeführt, die während des Grundstudiums zu besuchen sind.
Weiterhin ist zu empfehlen, zum Ende des Grundstudiums wirtschaftspädagogische Veranstaltungen zu besuchen. Hier bietet sich die Teilnahme an einem Proseminar bei den Pädagogen oder den Wirtschaftspädagogen an. Habt Ihr Euch für ein Doppelwahlfach im Hauptstudium entschieden, ist es ratsam, sich beim entsprechenden Fachbereich zusätzlich zu informieren. Handelslehrer dürfen an den Sprachkursen des Fachbereichs Romanistik teilnehmen, sind also nicht auf die überlastete Sprachlehranlage angewiesen. Nähere Informationen gibt es in der Fachschaft.

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