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AKB-Report

Das kleine Börsen ABC
Teil 1

Dieses kleine ABC der wichtigsten und am häufigsten benutzten Fachbegriffe aus der Welt der Börse richtet sich überwiegend an die Einsteiger in dieses Gebiet mit noch geringen Fachkenntnissen. Genau das soll sich ändern!

Agio
Der Betrag, um den der Preis bzw. Kurs den Nennwert des Wertpapiers übersteigt, heißt Aufgeld oder Agio. Meist wird das Agio in Prozent des Nennwertes ausgedrückt.

Aktie
Die Aktie ist ein Wertpapier, das einen Anteil am Grundkapital einer Aktiengesellschaft (AG) oder Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) verkörpert. Die Aktie verbrieft die Gesellschafterrechte, verpflichtet den Aktionär zur Bareinlage und ist meist eine Nennwertaktie mit einer Stückelung von mindestens 5 DM nominell. Im Normalfall kann die Aktie von jedermann erworben und jederzeit formlos übertragen werden.

Aktienindex
Gewogene Meßzahl für die durchschnittliche Entwicklung der Kurse wichtiger Aktiengesellschaften. Der Dow-Jones-Index (New York) ist der bekannteste internationale Aktienindex. In Deutschland ist es der DAX (Deutscher Aktienindex). Der DAX besteht aus 30 deutschen Standardwerten.

Anleihe
Eine Anleihe (engl. bond) ist eine langfristige Schuldverschreibung mit ursprünglich fester Verzinsung und einer bestimmten Stückelung. Sie wird anonym an der Börse gehandelt, d.h. sie ist nicht an den Namen des jeweiligen Inhabers gebunden.

Arbitrage
Unter Arbitrage versteht man die Ausnutzung gleichzeitiger Preis-, Kurs- und Zinsunterschiede an verschiedenen Märkten bei einem Börsengeschäft. Zweck der Arbitrage aus Sicht des Arbitrageurs ist die risikolose Gewinnerzielung ohne bzw. mit geringem Nettokapitaleinsatz.

At-the-money
Der Punkt, an dem der Basispreis einer Option gleich dem Marktpreis des zugrundeliegenden Instruments ist. Der Basispreis eines Calls stimmt ungefähr mit dem aktuellen Aktienkurs überein.

Basispreis
Bei Abschluß eines Optionsgeschäftes festgesetzter Preis, zu dem der Optionskäufer innerhalb der Laufzeit der Option eine bestimmte Anzahl von Wertpapieren von seinem Kontrahenten kaufen (Kaufoption) oder an diesen verkaufen (Verkaufsoption) kann. Der Basispreis liegt meist in der Nähe des zugrundeliegenden Wertpapiers am Ausgabetag.

Beta-Faktor
Der Beta-Faktor drückt die Sensitivität einer einzelnen Aktie aus, mit der das Wertpapier in Relation zum Gesamtmarkt reagiert.

Bezugskurs
Emissionskurs der jungen Aktien bei Kapitalerhöhung einer AG. Setzt sich aus Nennwert und Agio zusammen.

Bull & Bear
Bulle und Bär, die als metallene Plastik auch vor der Frankfurter Börse zu finden sind, bezeichnen zwei unterschiedliche Markteinschätzungen. Ein Anleger, der von einer Abschwächung der Kurse auf breiter Front überzeugt ist, wird als„bearish“qualifiziert ("Der Bär drückt mit seiner Tatze die Kurse nach unten.").„Bullish“deutet eine gegensätzliche Einschätzung an ("Der Bulle nimmt die Kurse auf seine Hörner und schleudert sie nach oben.").

Call
Eine Kaufoption oder Call beinhaltet ein zeitlich befristetes Recht, nicht aber die Pflicht, eine bestimmte Anzahl von Finanztiteln oder Waren zu einem Basispreis innerhalb der Laufzeit (amerikanische Option) bzw. nur am Laufzeitende (europäische Option) zu erwerben. Gegenteil: Put.

Cap
Unter Cap versteht man einen festgesetzten Maximalzinssatz. Ein Cap ist ein Hedge-Instrument zur Absicherung gegen steigende Zinsen.

Delta
Zeigt das Verhältnis zwischen der Veränderung des Optionspreises bei der Wertveränderung des Basis-Instrumentes (z.B. einer Aktie) um eine Einheit an.

Derivate
Kontrakte, deren Marktwert vom Marktwert des zugrundeliegenden Finanztitels abhängt.

Effektivzins
Interner Zinsfuß festverzinslicher Wertpapiere; stimmt in der Regel nicht mit dem Nominalzins überein.

Emission
Das Angebot und die Erstausgabe von Wertpapieren.

FIBOR
Abkürzung für Frankfurt Interbank Offered Rate. Der FIBOR ist ein täglich ermittelter und veröffentlichter Referenzzinssatz für kurzfristige bzw. variabel verzinsliche Anleihen am DM-Kapitalmarkt. Anlehnung an LIBOR (London Interbank Offered Rate).

Futures
Standardisierte, an der Börse gehandelte Termingeschäfte. Die beiderseitige Vertragserfüllung erfolgt nicht unmittelbar nach Vertragsabschluß, sondern zu einem zukünftigen Zeitpunkt.

Glattstellung
Abwicklung, Ausgleich oder Lösen eines eingegangenen Börsenengagements.

Going-public
Emission neuer Aktien, wenn Gesellschaften, die bisher in einer anderen Rechtsform geführt wurden oder Aktiengesellschaften, die bisher nicht börsennotiert waren, an die Börse gehen.

Hebelwirkung
Mit dem relativ geringen Einsatz des Optionspreises kann ein Kontrakt kontrolliert werden, dessen Wert sehr viel größer ist. Bei Änderung des zugrundeliegenden Kurses ist die prozentuale Änderung des Optionspreises größer als die prozentuale Änderung des Preises des Basisinstrumentes, welches einer Hebelwirkung dieser Option entspricht.

Hedging
Mit Hedging bezeichnet man eine Strategie, finanzwirtschaftliche Risiken zu reduzieren bzw. zu eliminieren. Im allgemeinen wird das durch den Abschluß eines zweiten, sogenannten Gegengeschäfts erreicht, das genau die Risiken aus dem ersten Geschäft kompensiert (z.B. Futures).

In-the-money
Der Basispreis eines Calls liegt unter dem aktuellen Aktienkurs.

Investmentfonds
Sondervermögen einer Kapitalanlagegesellschaft, das in bestimmten Wertpapieren oder Immobilien angelegt wird.

Investor Relations
Damit bezeichnet man das Verhalten von Unternehmen am Kapitalmarkt zur Unterstützung des Managements, um effektiv und effizient Kapital im Kapitalmarkt in der Zukunft zu generieren.

Kassakurs
Preis bei Kassageschäften, die sofort oder ganz kurzfristig erfüllt werden müssen. Beim Handel mit Wertpapieren ist der Kassakurs der Kurs für Wertpapiergeschäfte im Kassahandel. Gegensatz: Terminkurs.

Margin
Betrag der bei Termingeschäften an den Terminbörsen zu hinterlegenden Sicherheitsleistung. Eine geringe Margin bedeutet jedoch nicht automatisch ein geringeres Risiko.

Market-Maker
Banken oder Wertpapierhäuser, die die Verpflichtung übernehmen, für einzelne oder auch mehrere von ihnen bekanntgegebene Handelsobjekte jederzeit für bestimmte Mindestmengen verbindliche An- und Verkaufkurse zu stellen und damit einen Markt in diesen Titeln zu unterhalten, ohne daß sie wissen, ob der Handelspartner kaufen oder verkaufen möchte.

Marking to market
Täglicher Bewertungsprozeß von Options- und Futures-(Termin-) Kontrakten durch Vergleich von aktuellem Kurs und Vortagsschlußkurs.

Optionsanleihe
Ein bond warrant ist eine Anleihe, der ein Optionsschein beigelegt ist. Dieser berechtigt zum Kauf einer in den Optionsbedingungen festgelegten Anzahl von Aktien innerhalb eines vorher festgelegten Zeitrahmens zu einem festen Optionspreis.

P - Z folgen in der nächsten Ausgabe des AKB-Reports.

Petra Pousttchi

Quellen:
Büschgen, Das kleine Börsenlexikon, 18. Aufl., Verlag Wirtschaft und Finanzen, 1989
Gabler Wirtschaftslexikon, 13. Aufl., Gabler Verlag, 1993
Siebers, Weigert, Börsenlexikon, Oldenbourg Verlag, 1995

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